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Autor Thema: Getreide - schädich?  (Gelesen 1987 mal)
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Wer loslässt hat zwei Hände frei


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« am: August 29, 2006, 13:59:14 »

Hallo zusammen!

Ich hoffe, ich werde nun nicht erschlagen... watishb

Tut mir leid, dass ich nun schon wieder einen neuen Thread aufmache, es wird wsl. wieder zu einer endlosdiskussion führen ^^

Mich hat das Thema interessiert, in welchen Mengen Getreide schädlich wird. Erstmal hat mir Tiger (war vor kurzem auch im Forum) versucht, das ganze zu erklären, allerdings war sie sich selbst nicht sicher und sehr unschlüssig, was dieses Gebiet betrifft. ´Nun hat sie den "experten" gefragt, bzw. "Murx Pickwick" aus dem Haustierforum, vertrauenswürdig möchte ich sagen. Hat (so weit ich weiß) auch bei diebrain mitgeholfen.

*Edit*
Nun habe ich die PN etwas umgeändert und selbst zusammengefasst (wobei sie nicht sehr viel anders klingt  hasi3 ) ich hoffe nur, ich habe den Sinn nicht verändert ^^

Stärke oder Mehrfachzucker (das, was an Getreide schädlich sein soll) ist in jeder Pflanze enthalten. Stärke ist ein wichtiger Speicherstoff für Pflanzen, Mehrfachzucker sind ein Zwischenprodukt im Abbau und Aufbau von Stärke. Wie viel man von was in einer Pflanze findet, ist abhängig von den Aufgaben des jeweiligen Organs.

Wildkaninchen fressen bevorzugt ausgerechnet stärkehaltige und ölhaltige Pflanzenorgane (Samen) & Pflanzen mit geringerem Rohfasergehalt, aber höherem Eiweiß- und Mehrfachzuckergehalt (Kräuter statt gras). Daraus schließt man, es ist für Kaninchen durchaus wichtig, Stärke und Mehrfachzucker aufzunehmen. Kaninchen haben sich daran angepasst und kommen gut damit zurecht.

Viele Futtermittelfirmen freuen sich darüber, weil sie feststellen, dass stärkehaltige Pflanzenorgane (Weizenkörner, geschälte Haferkörner, Zwieback etc.) billig zu kaufen sind. So haben sie billig aus diesen Komponenten ein leckeres Fast Food Essen für Kaninchen hergestellt. Damit es nicht so auffällig ist, dass eigentlich nur Abfälle aus der Nahrungsindustrie verwendet werden, haben sie angefangen, das ganze zu Pellets zu verarbeiten. Damit dies hält, wurde Melasse zugepackt, ein herausgelöster Zuckerverbund aus Pflanzen, der zu 50% aus Mehrfachzucker besteht.

Ok, hier ein Zitat, das kann ich ehrlich gesagt nicht selbst zusammenfassen:


Zitat
Die Auswirkungen sind verhehrend und genau die, die Diebrain anspricht.
Es kommt aber noch mehr hinzu - durch den hohen Weizenanteil entsteht ein Ungleichgewicht bei den Aminosäuren, Glutaminsäure ist zuviel drin und greift das Darmepithel an. Nicht umsonst wird Weizen bei Pferden und Wiederkäuern nicht oder nur in sehr geringem Umfang als Futter eingesetzt und statt dessen Hafer oder Gerste mit ausgeglichenem Aminosäureverhältnis eingesetzt.
Die Pflanzenabfälle sind stark verarbeitet, schon bevor sie überhaupt zu Futter verarbeitet werden, es fehlen hunderte von Stoffen, die zusammen mit Körpereigenen Stoffen die Aufnahme von Stärke und Zucker regeln. Zugesetzt werden aber nur Mineralstoffe und Vitamine - die Vitamine zudem auch noch isoliert, also so, wie sie kaum mehr wirken können. Oftmals werden sogar Vitamine hinzugesetzt, die es natürlicherweise gar nicht gibt oder wie sie in Pflanzen gar nicht vorkommen (Vitamin A, Menadion etc). Das bringt das ganze komplizierte Regelsystem, nachdem Stärke und Zucker aufgenommen werden und für unerwünschte Bakterien uninteressant gemacht werden, kaputt.
Mineralstoffe werden in einer Menge und in einer Zusammensetzung beigemischt, wie sie in Pflanzen nicht vorkommen - auch Mineralien sind an der Regelung, welche Nährstoffe wann wie aufgenommen werden, beteiligt. Überhöhte Kupferwerte, fehlende Spurenelemente etc führen nun auch noch zusätzlich dazu, dass nur noch die Bakterien im Darm übrigbleiben, die mit solch widrigen Nährstoffangebot klarkommen - und das sind meist nicht die "guten" Bakterien
.

Das, was auf Diebrain steht, richtet sich an Laien, die ein solches Futter (Vitakraft etc.) kaufe, weil es so schön aussieht, oder ein so süßes Kaninchen drauf ist. Diebrain versucht, den Normalverbraucher aufzuklären, der es so genau nicht wissen will bzw. es so gar nicht versteht. Hier kann man nicht mit wissenschaftlichen Arbeiten etc. ankommen, dies wird nicht verstanden.
Also wurde gekürzt , bis das wichtigste rüberkommt: Kein getreidelastiges Tierfutter für Kaninchen.

Und das hat nun leider dazu geführt, dass ein paar Antigetreidefanatiker „entstanden“ sind, die zwar im Krankheitsfall Critical Care füttern (was auch teilw. aus Getreide besteht!!), aber getreidehaltiges Futter strikt ablehnen und Kartoffehaltige futtermittel verfüttern.. Kollateralschaden nennt man sowas. Leider kann man sowas nicht verhindern…

Die Wahrheit ist vielmehr: Kaninchen können Stärke und Mehrfachzucker nicht nur aufnehmen, sondern brauchen das auch, wenn sie nicht zu viel werden und im natürlichen Verbund stehen. Deshalb ist es möglich, mit Hafer und Gerste zu päppeln. Der Anteil der stärkehaltigen Pflanzenteile am Gesamtfutter darf nur ein gewisses Maß nicht überschreiten, ca. 20-30% (also das vollständige Organ Korn mit Spelz! Nicht ein Futtermehl, davon sollte nach Möglichkeit gar nix ins Futter gelangen). Haferflocken sind zwar einerseits ein gutes Päppelfutter, andererseits fehlen ein grossteil ungesättigter Fettsäuren und der Spelz. Deshalb darf lange nicht so viel in dem Futter sein, wie das volle Korn.

In der freien Wildbahn gibt es kein regelm. Essen mit optimaler Nährstoffzusammensetzung, die Kaninchen fressen sehr abwechslungsreich, damit sie alle Nährstoffe, die sie auf Dauer brauchen, zu sich nehmen können. Aus diesem Grund haben sie aber auch für die verschiedensten Nährstoffe diverse Speicher im Körper, angefangen von der Leber, wo B-Vitamine gespeichert werden können bis hin zum Fettgewebe, wo z. B. Vitamin E gespeichert werden kann. Fehlt ein Nährstoff, wird er aus diesen Speichern abgebaut und verwendet, ist ein Nährstoff zuviel, wird er eingelagert oder ausgeschieden.

Und somit wird es möglich, Kaninchen mit einem sehr hohen Anteil an Haferflocken zu päppeln, man darf es nur nicht zu lange machen, ca. 1-2 Wochen geht es immer. Bis dahin wird auch noch nicht der Darm zerstört, die Bakterienfauna ändert sich zwar in dieser zeit, allerdings nicht irreversibel usw. usf.

Falls man länger päppeln muss, bleibt einem nichts anderes übrig, als das normale Futter zu musen und mit Haferflocken o. Leinsaat angereichert zu verfüttern. Das klappt ganz gut, der Kiefer wird erst in ein oder 2 Monaten in Mitleidenschaft gezogen, wenn er nicht mehr so ausgelastet ist. Länger zu päppeln hat auch keinen sinn, bis dahin müssen sie wieder Heu und ganze Pflanzen aufnehmen, sonst bringt es nichts.


Ach ja: Critical Care...Zusammensetzung:
Timothy- Grasmehl, Sojaschalen (aus genetisch verändertem Soja), Weizenkeime, Haferschälkleie, Weizenfuttermehl, Sojaproteinkonzentrat (aus genetisch verändertem Soja), Kochsalz, Melasse, Hefen, Öle, Vitamin-, Spurenelementvormischung.

http://www.fraumeier.org/cc.htm (quelle)

Es geht einfach darum:
Stärke bzw. Mehrfachzucker werden von Kaninchen überall aufgenommen und sind auch wichtig für sie.
Diebrain spricht dieses Problem an, da Futtermittelhersteller in ihrem Futter nicht das benutzen, was Kaninchen in freier Wildbahn finden sondern dass, was sie billig bekommen. Hauptsächlich Weizen, der Aufgrund von Gluten nicht gesund ist. Zudem wird alles soweit verarbeitet, dass viele Stoffe fehlen (bzw. andere Stoffe werden zugesetzt) und es dadurch zur Probleme bei der Aufnahme von Zucker und Stärke kommen kann. Auch werden wichtige Bakterien vernichtet. Darauf folgernd kann es zu beschriebenen Fehlgärungen kommen.Als Päppelnahrung ist Getreide (wie oben beschrieben) bedingt und in Maßen für Kaninchen geeignet. Damit es nicht zur Mangelernährung kommt, muss Abwechslungsreich gefüttert werden. Nur so werden alle nötigen Nährstoffe aufgenommen. Das berühmte C.C. ist wohl weniger geeignet. Es sind Inhaltsstoffe enthalten, die für Kaninchen schädlich sind (siehe unten).
Jungkaninchen (unter 12 Wochen) können übrigens noch keine größeren Mengen an Stärke verdauen und sollten mit Gemüse und Kräutern gepäppelt werden.




MfG
Manu

« Letzte Änderung: August 29, 2006, 15:43:55 von *~Maybe~* » Gespeichert
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« Antworten #1 am: August 29, 2006, 14:14:05 »

Maybe

Ganz dickes, fettes DANKE für diese Aufklärung  danke

 hasi5 hasibussi

Edit: ich gehe davon aus, dass sich auch viele in Halterbereichen üblichen Darm- und Durchfallerkrankungen wieder relativieren werden.
« Letzte Änderung: August 29, 2006, 14:15:39 von Fine » Gespeichert

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« Antworten #2 am: August 29, 2006, 14:15:55 »

Ich steh auf dem Schlauch und weiß nicht so recht, was du sagen willst?!
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« Antworten #3 am: August 29, 2006, 14:16:40 »

Der Text kommt gleich wieder rein, denke ich.
Dann ist es auch wieder verständlich.
Jetzt fehlt ein Hauptteil.
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« Antworten #4 am: August 29, 2006, 14:21:30 »

Mit anderen Worten: Wenn es sich um "reines" Getreide handelt, also ganze Körner, mit Schale darf man es in Masen verfüttern?! Und v.a. Bäckereinebenerzeugnisse, wie sie in handelsüblichem Nagerfutter enthalten sind, sind schädlich für die Nins. Ganz ehrlich, das hat mir meine TA schon immer gesagt und ich hab ihr nie geglaubt...
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« Antworten #5 am: August 29, 2006, 14:24:01 »

Huhu

Sorry, das war jetzt etwas doof...

Ich habe den Text reingestellt, dann ist mir eingefallen, dass das das Copyright verletzt... Ich werde nun den Text verändern und selbst zusammenschreiben, das könnte etwas dauern, tut mir leid, aber... gg

Heute bin ich etwas chaotisch

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« Antworten #6 am: August 29, 2006, 14:26:29 »

Zitat
Ganz ehrlich, das hat mir meine TA schon immer gesagt und ich hab ihr nie geglaubt...

Hm und hab ich dich jetzt überzeugt, bzw. murx?  hasi3
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« Antworten #7 am: August 29, 2006, 14:28:49 »

Mit anderen Worten: Wenn es sich um "reines" Getreide handelt, also ganze Körner, mit Schale darf man es in Masen verfüttern?! Und v.a. Bäckereinebenerzeugnisse, wie sie in handelsüblichem Nagerfutter enthalten sind, sind schädlich für die Nins. Ganz ehrlich, das hat mir meine TA schon immer gesagt und ich hab ihr nie geglaubt...

*g*
Ich würde sagen, das ist die Kurzform Smiley

JA.

Ganz ehrlich (und ohne es allein auf dich zu beziehen): würden manche Kaninchenhalter mehr ihren Leuten vor Ort vertrauen (Tierärzte und auch erfahrene Züchter) und nicht allen sog. (Pseudo-) Kaninchenexperten, dann wären wahrscheinlich viele Krankheitsbilder gar nicht so präsent.
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« Antworten #8 am: August 29, 2006, 14:29:15 »

Frag einfach nach, ob du den Text hier einstellen darfst. So haben wir die original Quelle, das ist immer von Vorteil.
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« Antworten #9 am: August 29, 2006, 14:29:57 »

Wenn du den Autor des Textes nennst und evtl noch, wo du das herhast, dann dürfte es aus Urheberrechtlicher Sicht keine Probleme machen.
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« Antworten #10 am: August 29, 2006, 14:30:09 »

Ganz ehrlich (und ohne es allein auf dich zu beziehen): würden manche Kaninchenhalter mehr ihren Leuten vor Ort vertrauen (Tierärzte und auch erfahrene Züchter) und nicht allen sog. (Pseudo-) Kaninchenexperten, dann wären wahrscheinlich viele Krankheitsbilder gar nicht so präsent.

Hast mich neugierig gemacht: was meinst du mit "(Pseudo-) Kaninchenexperten und welche Krankheiten sprichst du an?
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« Antworten #11 am: August 29, 2006, 14:32:21 »

Naja, früher hab ich Vitakraft gefüttert, dann hieß es, das wäre ganz schlecht (ist es ja auch, sagt ja der gute Murx- was fürn name- auch). Also hab ich gar kein Getreide mehr gegeben (manchmal haben sie es allerdings geschafft eine Hirsestange von den Vogis zu klauen). Ich denk, ich werd auch weiterhin keines geben, da sie eh beide etwas moppelig sind zur Zeit. Aber was sagt Murx eigentlich zu Erbsenflocken?Huh

Vitakraft bleibt übrigens auch bei Murx  Grin, tabu.
« Letzte Änderung: August 29, 2006, 14:34:00 von tigerle » Gespeichert
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« Antworten #12 am: August 29, 2006, 14:37:45 »

Riot-Girl, och, es gibt so viele, die sich als absolute Experten in Sachen Kaninchenfragen bezeichnen, das würde hier den Rahmen sprengen. Ich denke, hier kennt jeder mindestens eine/n, der sich gerne mal als Experte aufspielt.

Welche Krankheiten:
Kokzidiose, Enterocolistritis, Durchfall, ...

Wenn das Darmmilleu gestört ist (und das ist es m.E. auch, wenn auf Getreide komplett verzichtet wird), haben Erreger gleich welcher Art bessere Chancen sich dort einzunisten.

Gewisse Dinge von Vitakraft sind genial, wenn du möglichst schnell möglichst viel Energie in dein Kaninchen "pumpen" musst. Ansonsten gibts das bei mir auch nicht.

Zum Päppeln gibts bei mir (z.B. nach Durchfall, was ich aber in meinem Bestand vielleicht einmal im Jahr habe, und dann wars Aufregung oder eine sehr alte Häsin, die nicht mehr fressen wollte) Haferflockenpampf (Haferflocken mit Wasser verrührt und nen 1/2 EL Joghurt dazu), hat im Endeffekt ungefähr den gleichen Effekt wie CC, wird aber von den Kaninchen eher angenommen (weils auch nicht so grausig riecht). Ach ja, und günstiger ist es auch *lächel*

Tigerle, was die Verdauung/ den Stoffwechsel anregt, ist gequetschter Leinsamen.
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« Antworten #13 am: August 29, 2006, 14:39:30 »

Wofür tust du denn Joghurt in den Päppelbrei?
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« Antworten #14 am: August 29, 2006, 14:40:19 »

Das ganze stammt aus einer PN, die eig. nicht an mich war, sondern eben an Tiger, deshalb habe ich sie nun rausgenommen, aber der Text folgt, bin schon dabei...!!
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