Wenn Schlepp nicht in Frage kommt, dann werdet ihr wohl fast nur noch über die Impulskontrolle zum Ziel kommen. Och denke aber, dass das machbar ist.
Nun, da fängt ja das Problem an... ich hab ihn ja nur zweimal in der Woche. Mittwochs und Samstags, jetzt letztens hatte ich ihn ein paar Tage, weil sein Herrchen im Krankenhaus war, da haben wir an vier Tagen vielleicht jeden Tag außer einem 10 Minuten geübt oder so. Eventuell etwas weniger. Es ist schon sehr anstrengend

ich weiß, wenn ich was erreichen will, müsste ich konsequenter sein aber man ist auch schnell frustriert, wenns so gar nichts bringt (scheinbar), vielleicht nützts ja auf langer Hinsicht schon, das glaub ich dir.
Nee, ich wollte nicht zu mehr Konzequenz anstacheln mit der Frage, sondern ausschließen, dass ihr zu viel macht. Das klang aus deinem letzten Post schon so ein wenig raus. Das ist nicht nur für dich frustrierend, sondern auch für den Hund. 10 Minuten am Stück ist eigentlich schon viel zu lang, vor allem wenn man gerade erst anfängt.
Ein bis zwei Minuten pro Trainingseinheit reichen völlig aus! Dann lieber einmal an Anfang beim Gassi gehen und einmal am Ende oder so. Oder wenn du öfter gehst, dann lieber vorerst nur einmal beim Gassigang. Je nachdem, wie weit er schon ist, können am Anfang sogar auch 20-30 Sekunden reichen.
Zum Beispiel, ganz am Anfang als ich Suri "Bleib" beigebracht habe (noch ohne Ball)habe ich sie bloß abgesetzt, bin einmal um sie herum gelaufen und dann durfte sie wieder lospreschen. Das wars am Anfang... das hat vielleicht eine halbe Minute gedauert (was schon viel zu hoch gegriffen ist *lach*.. ich brauch ja keine 30 sekunden um um den Hund herum zu gehen... naaj, aber du verstehst schon... so lange wie die kleinste sicher positive Einheit eben dauert).
Man muss klein Anfangen, und zwar mindestens so klein, wie es der Hund erfordert. Wenn man unsicher ist, lieber noch kleiner Anfangen.
Eine ganz wichtige Grundlage, damit es funktioniert: Man muss mit einem Erfolg aufhören. Wenn du merkst, der Hund wird nach 2 Minuten unruhig, dann trainiere vorerst nur eine Minute. Wird er da schon unruhig, dann trainiere nur eine halbe. Fühlt der Hund sich durch das Training überfordert, frustriert ihn das und er wird weniger Bereitschaft zeigen, wieder zu trainieren. Hörst du auf, weil er unkooperativ wird, ist das schon zu spät. Zudem bringst du ihm dadurch bei, dass er seinen Kopf durchsetzen kann, wenn er sich nur widerspenstig genug anstellt. Insgesamt ist lieber mehrere kleine Trainingseinheiten besser als eine lange
Da er den Ball ja eh nicht freiwillig hergibt (ich würde das jetzt mal als andere Baustelle betiteln und mich vorerst auf die Reizunterbrechungsübungen konzentrieren... langfristig wäre es aber schon hilfreich, wenn er den Ball auch gibt, wenn ihr die Trainigseinheiten länger gestalten wollt irgendwann), würde folgendes als eine Trainingseinheit bezeichnen: Du hast den Ball, der Hund wird abgesetzt oder abgelegt, du entfernst den Ball (am Anfang scheint rollen bei dir ja ganz gut zu funktionieren), nach mehr oder weniger Ablenkung (am Anfang keine) darf er sich den Ball holen...Trainingseinheit beendet, Situation lösen (loben) und normal weiter Gassi gehen.
Also zu Beginn würde ich diese Einheit pur so ausführen (wie gesagt, wenn bei rollen der Reiz schon zu stark ist, wäre eine Alternative auch den Ball abzulegen, nachdem du ein-zwei Schritte von ihm weggegangen bist... dann aber unbedingt vorher erst wieder an seine Seite kommen, bevor er den Ball holen darf). Und zwar soll er nur so lange warten, wie er das zuverlässig ausführt... vielleicht zu Beginn 5 Sekunden (am besten bis 5 zählen in Gedanken, oder auf die Uhr schauen, damit du dann später auch angemessen steigern kannst)... und dann dehnst du zunächst diesen Zeitraum.. vielleicht auf 8 Sekunden.. ich würde die Steigerungen am Anfang nicht zu groß machen, sondern klein steigern. Später, wenn der Hund die ganze Situation auch besser abschätzen kann und weiß was passiert, kann man dann auch schneller und in größeren Teilschritten steigern. Der Anfang, die Basis schaffen, ist am mühsamsten.
Ich würde sagen, du tastest dich vorerst mal langsam an die 30 Sekunden Marke heran (dass er das souverän abwartet und nicht zwischendurch versucht aufzustehen.. wenn er das jetzt eh schon kann, dann setze dir 1Minute zum Ziel...) und dann sprechen wir uns wieder. Dann würde ich nämlich auch langsam eine andere Steigerungsstufe in Form einer kleinen Ablenkung mit einbauen.
Wie schnell du bis wohin steigern willst, musst du natürlich selber abschätzen, nur du hast den Hund und seine Reaktion vor Augen. Wie oft du so eine kleine Einheit einschieben kannst, musst du auch selbst herausfinden. Wenn du beim vorran gegangenen Versuch schon gemerkt hast, dass es etwas unflüssiger ging, belass es dabei... wie gesagt, versuche positiv aufzuhören. Das kann auch von Tag zu Tag verschieden sein, je nach Aufmerksamkeitsgrad.
Du hattest ja gesagt, sitz und bleib kann er ohne Ball eh schon, oder? Also auch, dass du ein paar Schritte weg gehen kannst von ihm?
Naja, wie gesagt, gerade der Anfang erfordert besonders viel Gedult... von beiden Seiten.
Das du nicht täglich trainieren kannst finde ich übrigens nicht so schlimm. Aber wenn du den Anfang gemacht hast, vielleicht kannst du dann ja seine Besitzer ein wenig mit einbinden. Würde ich aber erst machen, wenn er die 30-Sekunden-Übung bei dir gut beherrscht.
lieben gruß
Aj