Huhu!
Bei Igelhilfe eV ist man der Ansicht das unter 700 g am 1. November hilfsbedürftig ist, danach habe ich mich gerichtet.
Habs ja schon paar mal im Forum und auch hier im Thread erläutert, warum ich diese Regel für unsinnig halte! Kann man so gar nicht fest machen...
@Kaethu: Genauso wenig kann man feste Auswilderungszeiten fest machen sondern muss da nach den äußeren Gegebenheiten schauen. Wenn der dauerhafte Bodenfrost einsetzt empfiehlt es sich nicht mehr, einen Igel noch vor dem Winter auszuwildern. Im Moment gibt es bei mir zwar morgentliche Fröste, aber die sind sehr schnell wieder weggetaut...als wäre hier noch machbar (allerdings sollte man so spät im Jahr einen Unterschlupf anbieten, falls der Igel selbst keinen geeigneten mehr findet in der kürze der Zeit). Woanders kann das schon anders aussehen. Aber in der Stadt selbst zum VBeispiel, nur knappe 20km entfernt waren noch gar keine Fröste.
Ebenso muss man sich im Frühjahr weniger nach dem Kalender, sondern eher nach dem Wetter richten. Faustregel: spätestens wenn du die ersten Insekten rumsummen siehst und dann nochmal eine Woche milde Temperaturen herrschten kann er raus (wenn er auch schon wach ist).
Generell bedeutet es nicht, wenn man keine Igel sieht, dass keine da sind. Ich wohne nun seit ziemlich genau 2 Jahren bei mir im Dorf... ich habe etwa zu einer Hand voll Gelegenheiten mal einen Igel gesehen (und eine davon war so goldig...ich saß mit ner Decke um die Schuldern in der stockfinsteren Wiese um eine bestimmte Vogelart zu belauschen... erst hat mich ein Marder fast umgerannt (habe ich hier auch erst 3mal zu Gesicht bekommen einschließlich diese Mal!), kurze Zeit später schnuffelte der Igel auf dem Trampelpfad auf mich zu (hab ihn sehr viel früher gehört als gesehen).. und war komplett erschrocken, als er sah dass da jemand sitzt...grummelt mich an und ist dann wieselflink in die andere Richtung wieder abgedampft

), die meisten davon Gelegenheiten, in die ein Normalbürger eher nicht kommt. Nur zweimal habe ich einen noch jungen Igel direkt unter den Laternen überrascht.
...diese paar Sichtungen waren auch alle nur Zufall.. hätte genausogut auch die verpassen können (genau wie den Marder).
Gerade in nicht so dicht besiedelten Gebieten sind die Tiere (ich rede jetzt mal von sämtlichen Kulturfolgern) zum einen viel scheuer als ihre städtischen Verwandten. Zum anderen sind ihre Reviere (notgedrungen) viel größer, das heißt dich Besiedlungsdichte ist auch naturgemäß geringer (gibt ja oft weniger leichte Nahrung). Ein Steinmarder hat ind er Stadt zum Beispiel Revier von nur ca 20ha oder sogar noch deutlich weniger... in der offenen Landschaft durchstreift er bis zu 400ha!
Ein igel hat im offenen Kulturland bis zu 100ha Reviergröße (die Männchen...Weibchen deutlich kleinere bis 30ha), im besiedelten Gebiet oft nichtmal 5ha! Da kann man sich natürlich vorstellen, wie dei Wahrscheinlichkeiten einer Sichtung jeweils sind, die ja generell schon eher unwahrscheinlicher sind, da die meisten leute sich wenn es dunkel wird und der Igel loslegt ja ins Haus zurück ziehen.
Allerdings überlappen sich Igelreviere auch. Von daher wäre es nicht so wild, wenn in ein bestehendes Revier zufällig noch einer ausgesetzt würde. Da bieten die großräumigen Landschaften natürlich bessere Möglichkeiten... oft mangelt es im Stadtgebiet ja vor allem an geeigneten sicheren, dauerhaften Unterschlüpfen, wo es dann zum Streit zwischen den Igeln kommen kann... da bietet ein großes Revier natürlich mehr Möglichkeiten...zudem bietet eine weniger besiedelte Fläche bessere Möglichkeiten um abzuwandern...in das Stadt wird ja schon das problematisch..
Jedenfalls ist es gut möglich, dass der Igel bei euren nachbarn auch ab und an bei euch herumstreunt..
Ob solche Stellen gesucht werden, kannst du nur einfach mal erfragen.
In unserer Station war sowas nicht nötig...oft haben die Finder im Frühjahr wieder einen Igel in ihrem eigenen Garten, wo sie die Tiere oft gefunden haben, auswildern wollen. Der Rest wurde direkt ab Gelände in den umliegenden Wald ausgewildert, wo sie sich ihre eigenen reviere suchen konnten..
Den Igel unbedingt am Fundort auszuwildern halte ich nicht für zwingend notwendig... oft sind die Reviere und Unterschlüpfe eh schon neu besetzt (besonders wenn auch überwintert wurde.. Mensch wildert ja erst aus, wenn er sicher ist, dass alles passt, da sind die Wildigel meist schon lange unterwegs).
Das mit dem Gehege halte ich für sinnvoll, um den Igel erstmal sanft wieder an die Witterung und Umweltreize zu gewöhnen, war ja in der Regel irgendwo drinnen untergebracht. Und gerade wenn man in fremder Umgebung auswildert, lernt er so erstmal das Areal als Zufluchtsort kennen, wo er zur Not auch erstmal Futter bekommt. Dann sollte man aus dem gehege heraus auswildern (also einfach öffnen und ihn selbst machen lassen) und noch einige Tage weiter zufüttern und seinen Unterschlupf stehen lassen, sofern er das in Anspruch nimmt. Das kommt immer stark auf den Charakter des Tieres an..
Ein (abgedecktes! Gerne wildern die sich sonst frühzeitig selbst aus.. und es ist schon besser, wenn er sich erstmal unter Schutz aklimatisiert) Gitterelementegehege würde reichen