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Autor Thema: Die Geschichte vom Tannenbaum  (Gelesen 276 mal)
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Steppenlemming
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Leckerlie Erfinderin ;-)


« am: Dezember 23, 2011, 12:07:03 »

Im "Guten Morgen Thread" habe ich kurz erwähnt, dass ich heute morgen mit einer Geschichte im Kopf aufgewacht bin. Ich habe sie aufgeschrieben um sie morgen vor der Bescherung vorzulesen. Löffel meinte, ich solle sie doch auch reinstellen. Und da ich sie sowieso gerade abtippen mußte (da ich mein Gekritzel sonst bis morgen nicht mehr so gut entziffern kann) stelle ich sie hier rein.

Vielleicht gefält sich ja.
Ich wünsche euch damit auch gleich FROHE und besinnliche WEIHNACHTEN und einen Guten Rutsch ins neue Jahr!

Liebe Grüße
Sabrina/Steppi

Und jetzt meine Geschichte:

Die Geschichte vom Tannenbaum

Die Sonne ging gerade auf, ein Windhauch blies ihn um die Nadeln und mit einem wohlig warmen Gefühl machte er seine Augen auf. “Guten Morgen, Fichtenwichtel” tönte eine Stimme direkt vor ihm und er wusste sogleich, dass er damit gemeint war. “Fichtenwichtel?” wiederholte er zaghaft und er bemerkte den vertrauten Klang dieser Worte. “Ja, sieh dich um. Wir sind hier alles Fichten und du wirst auch einmal so groß und stattlich wie wir werden wenn du dich anstrengst. Im Hintergrund wurde er als Neuer im Wald begrüßt, doch er war mit seinen Sinnen schon ganz woanders. Er fühle die Sonnenstrahlen auf seinen Nadeln und wenn er genau hinhörte, durchdrang ihn ein strömendes Geräusch von Wasser welches er mit seinen kleinen Wurzeln aus dem Boden sog. Die Tage vergingen und hatten ihren bestimmten Rhythmus auf den er sich verlassen konnte. An besonders schönen Tagen kamen so gut wie immer in der Ferne Wandergruppen vorbei. Und wenn er jemanden so etwas sagen hörte wie “Ach, hier ist es ja herrlich” nickte er einmal in sich und genoss das Leben. Natürlich gab es auch mal trübes Wetter, Regen oder gar Stürme. Aber das machte sein Leben nur aufregender. Durch den Regen konnte er schließlich schneller so groß wie die anderen um ihn herum werden. Ein Sturm wiederum kitzelte ihm die Nadel durch und ließ ihn lustig im Wind mitschaukeln.

So verging die Zeit bis er durch ein lautes “hierher!” eines Tages wachgerüttelt wurde. Da erst bemerkte er erst wie ein Kind durch seine Äste kletterte. Er erschrak und erinnerte sich dabei an die Erzählung, das Menschen den Bäumen nicht zuhörten oder nicht verstehen konnten, oder vielleicht auch beides, das wusste man wohl nicht so genau. “Hihi”, dachte er sich während das Kind etwas höher an ihm hochklettern wollte – “das fühlt sich lustig an”. Dieser Gedanke wurde durch einen schrillen Schrei unterbrochen. Das Kind saß weinend vor ihm auf dem Waldboden. Grübeln darüber was wohl gerade passiert war unterbrach das Kind seine Gedanken indem es rufend seine ungestellte Frage mit den Worten “Mama, ich bin hingefallen” beantwortete. Das Kind putze sich die Hose von Fichtennadeln und Erde frei und lief sogleich zu einer weiter entfernten Wandergruppe wo es wohl auch hergekommen war. Er sah ihr nach, schüttelte sich wieder seine Nadeln zurecht als sein Blick auf einem auf dem Boden liegenden Ast hängen blieb. Er sah schnell an sich herab, und bemerkte erst jetzt die große Lücke die nun statt der Silhouette seines sonst dort gewachsenes unteren Astes zu sehen war. Er seufzte und lies sein Harz die Wunde verschließen.

Ein paar Jahre strichen durchs Land und ein kalter Winter lies ihn und seine Freunde die meiste Zeit in einen ruhenden Schlaf fallen. “Passt, pass auf, da kommen sie wieder!” Hektisches treiben lies ihn rasch erwachen. Seine Freunde streckten sich vor ihm, schüttelten ihre Nadeln zurecht und sonst verbogene Spitzen waren plötzlich gerade. “Was ist denn los?” wollte er gerade fragen als eine Familie an ihm vorbeiging und auf jeden der Bäume einen prüfenden Blick warf. “Diesen da, Papa?” “Nein, der hat eine Lücke, aber der daneben, der wäre doch perfekt!” Schon wurde einer seine Freunde mit einer Axt von seinem Platz geschnitten. Sein Freund verabschiedete sich mit einem kichern von den anderen und strahlte stolz als sie ihn wegtrugen. Diese Situation kannte er noch nicht, was war eben gerade geschehen? Fragend sah er zu den anderen Bäumen die noch ganz aufgeregt waren und sich sehr für ihren abgeholten Freund freuten. “Der Gute hatte Glück” denn 2x im Jahr - sagte einer der Bäume- kommt der Besitzer dieses Waldes vorbei. Genau, dachte er sich, der Mann von vorhin kam ihn auch ein wenig bekannt vor, nur sonst war es Sommer und nun in der Kälte mit der vielen Kleidung hatte er ihn nicht gleich erkannt. “Eben”, meinte einer der Bäume. “Im Sommer bringt er uns die gute Erde wodurch wir groß und stark werden und einen neuen Freund bringt er dabei auch immer für uns mit die er damit bei uns einpflanzt. Und im Winter sucht er sich hier im großen Wals einen von uns aus. Die Menschen feiern wohl ein Fest namens “Weihnachten”. Und weil sie bei der Kälte nicht gerne draußen sind, holen sie sich den schönsten von uns zu sich nach Hause”. Das muss aufregend sein, dachte er sich. Was dort wohl alles geschah? Nächstes Weihnachten wollte er es selbst herausfinden.

Das Jahr verging und er hatte sich besonders herausgeputzt. !Dieses Jahr – wird mein Jahr!! sagte er sich laut und fest entschlossen vor. Doch auch dieses Jahr – und in vielen weiteren - wurde er mit den gleichen Worten “aber der hat eine Lücke” stehengelassen. "Nun, dachte er sich, hier ist es ja auch schön, dann soll es eben nicht sein. Dazu hatte es freilich lange gebraucht, aber mit der Zeit fand er es auch interessant wie die anderen sich immer herausputzen und besonders Stramm standen wenn es mal wieder an der Zeit war. Das ganze hatte eine eigene Komik, worüber an trüberen Tagen gerne gewitzelt wurde. Einige Jahre vergingen und die kalte Zeit war wieder gekommen. Der Mann wurde von weitem bereits angekündigt, alle machten das jährliche Spiel mit und standen besonders schön da, nur er stand seit Jahren wie immer und wettete mit sich selbst, wer wohl dieses Jahr das Glück haben würde. Doch dieses Jahr kam der Mann schnurstracks auf ihn zu. Ganz erstaunt und unter dem jubeln seiner Freunde wurde er auch schon von seinem liebgewonnen Platz gehackt und in Richtung Haus getragen. Dort stand er nun, auch er streckte sich nun und versuchte mit nebenstehenden Ästen seine Lücke so gut wie möglich zu verstecken. Vielleicht hatte der Mann seinen Makel  dieses Jahr übersehen? Doch schon wurde er in einen wassergefüllten Ständer gespannt und so ausgerichtet dass seine Lücke seitlich in den Raum sah. Die Frau des Mannes kam mit einem bunten Paket und schob dieses genau in die Lücke. “Sieh dir das an, der ist wirklich perfekt” meinte sie strahlend, tätschelte dabei einen der bereits geschmückten Äste und holte sogleich die restlichen Pakete die einzeln – wie einem bestimmten Muster folgend – unter ihm verteilt wurden. Diese “Weihnachtszeit” war aufregend. Er beobachtete wie die Menschen um ihn standen und sangen, wie sie Geschenke auspackten, sich freuten und immer mal wieder zu ihm herübersahen. Aber langsam merkte er wie er müde wurde. Der festliche Schmuck wurde wieder verstaut, auch seine Äste wurden wieder abgeschmückt und der Mann der ihn geholt hatte, brachte ihn in seinen Garten. Dort gab es eine eigene Ecke die sich wohl “Kompost” nannte. Er wurde dort abgelegt und kaum lag er dort, fiel er sogleich in einen tiefen Schlaf.

“Guten Morgen, Fichtenwichtel”. Eine Stimme weckte ihn sanft. Fichtenwichtel? wiederholte er, dieser Klang, er kam ihn irgendwie vertraut vor. Die Stimme erzählte etwas, doch noch während er darüber grübelte setze sich ein Schmetterling auf seine kleine Spitze. Er vergaß worüber er gerade nachgedacht hatte und bewunderte dessen Farben...
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Princess Lea
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« Antworten #1 am: Dezember 23, 2011, 14:25:23 »

eine schöne geschichte auch wenn sie traurig endet
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« Antworten #2 am: Dezember 23, 2011, 14:38:19 »

danke
aber traurig? hmm, es geht weiter für ihn, er fängt wieder von vorne an. Das ist doch ein gutes Ende. ; )
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« Antworten #3 am: Dezember 23, 2011, 14:51:57 »

hab mirs auch gerade gedacht traurig aber  in ein paar jahren wächst aus dem Kompost wieder ein neuer Baum so denk ich halt
    Schöne Geschichte
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Princess Lea
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« Antworten #4 am: Dezember 23, 2011, 14:56:50 »

hmm ja so gesehen ist jedes ende auch wieder ein neuer anfang

... ist das bei euch so üblich, dass an weihnachten geschichten vorgelesen werden ? kann ich mir jedenfalls schön vorstellen
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« Antworten #5 am: Dezember 23, 2011, 14:57:48 »

Tolle Geschichte.  hasi18 Ich finde nicht, dass sie traurig endet. Eine süße Weihnachtsgeschichte.
Danke.
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Steppenlemming
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« Antworten #6 am: Dezember 23, 2011, 15:05:35 »

hab mirs auch gerade gedacht traurig aber  in ein paar jahren wächst aus dem Kompost wieder ein neuer Baum so denk ich halt
    Schöne Geschichte


genau, ein Sprössling wächst aus dem Kompost mit seiner Seele, wird also Wiedergeboren und kommt dort als kleine Zwerg-Fichte wieder zurück zu seinen Freunden. Die kennt er nur noch indirekt (wie das eben mit der Wiedergeburt so sein soll, man vergisst das alte Leben). So fängt die Geschichte an (die Stimme kommt ihm bekannt vor) und so endet sie auch. Wollte mal was fröhliches denn in Wirklichkeit endet es ja mit dem Kompost für uns, wenn überhaupt. :/

Freut mich sehr, dass sie euch gefällt. : )

@Lea ja, irgendeine Geschichte ist immer dabei. Vor ein paar Jahren noch jedes Jahr ein paar der eingesendeten Geschichten aus der Kronen Zeitung. Dann mal was selbst gedichtetes und dieses Jahr eben diese Geschichte.

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« Antworten #7 am: Dezember 25, 2011, 18:28:00 »

 hasi5
Danke, nachdenklich...vertrautes Ziehen in der Brust...schmerzlich schön...

Babette
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2 Nins: Herr von Bommel und Fienchen Löwenherz
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