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Autor Thema: Kaninchen an fremden Orten bedeutet Stress - oder doch nicht?  (Gelesen 341 mal)
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clickerbunny
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« am: Januar 28, 2012, 17:25:09 »

Hallo,

ich möchte mit diesem kleinen Erfahrungsbericht mal aufzeigen, wie sehr wir - oder ein Teil von uns - einige Dinge zu sehr verallgemeinern, obwohl das nicht - oder auf einen großen Teil nicht - zutrifft.

Es geht um die Aussage:

Wenn sich das Kaninchen an fremden Orten befindet, bedeutet das für dieses Stress

weil eben: Kaninchen sind Fluchttiere und fühlen sich in ihrem eigenen zu Hause am Wohlsten.

Das "Experiment" :

Da ich ja als Pionierin im BD tätig bin, wurde ich dann eines Tages von einem naheliegenden Verein angefragt, ob ich denn nicht mal eine Vorführung geben konnte. Eigene Tiere habe ich keine, leih mir die aber bei einer Freundin, die zusammen mit mir trainiert. Da ich aber schlecht "nein" sagen konnte (es ist ja nunmal auch Werbung und man spricht die Leute durch so eine Vorführung gezielt an) habe ich zugesagt. Sollten die Tiere tatsächlich unheimlich gestresst sein, dann hätten wir die Möglichkeit, diese wieder nach Hause zu bringen. War ja nur ein 10 - Minütiger Fußweg bis nach Hause.

Als der große Tag gekommen war, waren wir natürlich total aufgeregt. Haben Transportboxen und Gitterelemente für die Tiere mitgebracht,sowie die Partnertiere von den "Vorführtieren" damit niemand alleine sein musste und sie auch ungestört Auslauf hatten.

Ich habe dann die damals kleine "Esperanza" zum allerersten Mal in einer anderen Umgebung trainieren lassen. Um Stress von Anfang an zu verneiden gibt es bei mir eine kleine Übung vor dem Training, nach der ich immer ganz genau weiß, ob sich die Tiere motivieren lassen - oder eben nicht.

Esperanza hat mich überrascht: Das Kaninchen hat von Anfang an super mitgearbeitet, die fremde Umgebung war ihr gleich, sie musste eben nur bei mir sein. Dann habe ich einen Schüler gebeten, sich mal neben uns zu stellen und zu applaudieren, ich wollte sehen, wie sich das Tier da verhält, das Egebnis war..beeindruckend !




(Bei der Aufnahme dieser Bilder waren noch nicht so viele da. Wie man sieht konnte Esperanza diese Übungen ausführen - ohne Leckerli vor der Nase, ohen Leine, sondern wirklich nur aus eigenem Antrieb heraus)

Als dann tatsächlich Zuschauer da waren, war sie, genauso wie unsere anderen Tiere, total entspannt:



Was sagte mir diese Erfahrung?

Ganz einfach: Es gibt tatsächlich die Sorte von Kaninchen, welche sich an fremden Orten trainieren lässt. Natürlich sind nicht alle Tiere gemeint, aber es ist doch schon ein Großteil der Kaninchen, die sich leicht zum Training motivieren lassen. Hier mal ein paar weitere Beispiele:

Mein allerestes Seminar habe ich auch an einem für die Tiere fremden Ort gehalten und wie man sieht, sind die Tiere total entspannt geblieben:


Das merkt man daran, dass sie sich für den Halter (oder das Futter) interessieren und die Ohren sind aufrecht. Angelegte Ohren können ein Anzeichen von Stress sein. Auch hier hatten wir Gitterelemente, in denen wir die Tiere notfalls "parken" konnten. das haben auch bei den Tieren gemacht, die sich etwas leichter ablenken ließen.

Auch an einer anderen Veranstaltungen konnten die Tiere trotz fremder Umgebung und Ablenkung trainieren, das ist für mich das gelungenste Bild:



Die kleine Esperanza ist jedoch nun schon ganz doll gewachsen. Für mein Bunnydance-Buch machen wir ab und an auch Bilder auf dem freien Feld. Dass das Tier sich tatsächlich schön konzentreiren kann, kann man z.B. auf diesem aktuellen Video sehen: http://www.youtube.com/watch?v=91FaQy1egyg&feature=youtu.be
(Wir hatten eine lange Trainingspause, weswegen sie da mehr Handzeichen benötigt hat, gestern aber gings wieder ganz gut)



Vielleicht regt euch dieser kleine Erfahrungsbericht ja zum nachdenken an. Ich werde auf jeden Fall jetzt vorsichtiger sein, wenn ich diesen Satz äußere und ihn dann mit: "generell ja, aber es gilt nicht für alle Kaninchen!" korrigieren. Früher war ich eben wegen dieses Grundes auch der Auffassung, das Vorführungen nur Stress und totale Tierquälerei für Kaninchen bedeuten. Das sehe ich jetzt nicht mehr so, obwohl es natürlich auch Fälle gibt, wo das tatsächlich der Fall ist.

Für alle die fragen, was denn jetzt die Vorführung gebracht hat: Es waren tatsächliche viele Interessenten da, die das auch unbedingt ausprobieren wollten und mit denen ich Kontakt halte, so kann man den Menschen auch viel eher auf artgerechte Kaninchenhaltung ansprechen und diese dann noch schmackhafter machen, wenn die Menschen erkennen das "das Kanicnhen ja doch mehr kann!"

Mit freundlichen Grüßen,
Janiene - die gespannt auf eure Antworten ist.





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Polly
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« Antworten #1 am: Januar 30, 2012, 10:35:33 »

Also, ich muss ehrlich sagen, ich bin nicht für diese Trainiererei, DAS ist Stress für Kaninchen, aber das ist nur meine persönliche Meinung...
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Princess Lea
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« Antworten #2 am: Januar 30, 2012, 11:07:51 »

also ich denke mal, das kann man eh nur mit kaninchen machen, die auch wirklich freiwillig mitmachen  :zuck1:
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Liebe Grüße von Andrea & Günter & Lea & Luke & Padmè & Mara & Vader aus dem www.kaninchenbau.at

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clickerbunny
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« Antworten #3 am: Januar 30, 2012, 11:12:25 »

@ Polly

Dein Meinung darfst du auch gerne weiterhin vertreten.

Tatsache ist, dass Kaninchen - wenn richtig gearbeitet wird - das Training als etwas Positives sehen, da sie geistig ausgelastet werden und gleichzeitig auch mit den Menschen zusammenarbeiten. Das bedeutet z.B. für den Menschen, dass er besser auf sein Tier eingehen kann, was natürlich immer positiv ist. Außerdem ist Training manchmal sehr sinnvoll und sogar notwendig, gerade dann, wenn das Tier ein Wohnungskaninchen ist und z.B. lernen muss, dass es nicht irgendwo hin machen oder die Stromkabel anknabbern darf.

Es kursiert mittlerweile ein eigentlich gut beschriebender Text im Internet, der den Sinn des Kaninchentrainings aufgreift:

Worte zum Thema Kaninchentraining

@ Princess Lea

Genauso ist es, würden die Tiere nicht aus eigenem Antrieb heraus mitmachen, dann würde das alles anders aussehen.

Janiene

« Letzte Änderung: Januar 30, 2012, 11:14:04 von clickerbunny » Gespeichert

Master Luke
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« Antworten #4 am: Januar 30, 2012, 11:13:33 »

Also die Kaninchen auf den Videos wirken alles andere als gestreßt.
Manche Kaninchen haben ja auch einen ausgeprägten Spieltrieb...
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Polly09
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« Antworten #5 am: Januar 30, 2012, 11:26:05 »

Also die Kaninchen auf den Videos wirken alles andere als gestreßt.
Manche Kaninchen haben ja auch einen ausgeprägten Spieltrieb...

kann mich da nur anschliessen

man kann es nur mit Kaninchen machen, die es auch freiwillig wollen.
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kathi
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« Antworten #6 am: Januar 30, 2012, 12:01:33 »

also mein Kaninchen aufs freie Feld zu setzen wäre mir zu riskant; ein streunender Hund, ein Knall, etc. und der Fluchtreflex kann ausgelöst werden - und ob es dann so leicht ist auf weiter Flur das Tier wieder einzufangen?

der Rest der Geschichte, da schließe ich mich den Vorrednern an - wenn das Kaninchen freiwillig mitmacht und Freude daran hat - super Sache
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« Antworten #7 am: Januar 30, 2012, 12:01:41 »

Also das was das Kaninchen in dem Video macht würde mein Pumba mit Leckerlies sicherlich auch gerne machen da er sehr verspielt ist.
Er läuft mir auch so manchmal minutenlang hinterher.
Aber Aufführungen müssen dann auch nicht sein ist meine Meinung, also die Tiere jetzt herumführen, etc.
Außerderm muss das natürlich alles ohne Leine ablaufen und auf Freiwilligkeit der Tiere beruhen, aber so sieht es für mich auch aus =)
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« Antworten #8 am: Januar 30, 2012, 12:16:39 »

also mein Kaninchen aufs freie Feld zu setzen wäre mir zu riskant; ein streunender Hund, ein Knall, etc. und der Fluchtreflex kann ausgelöst werden - und ob es dann so leicht ist auf weiter Flur das Tier wieder einzufangen?

seh ich auch so - ich hab so schon bei Liv Mühe, sie wieder reinzuscheuchen, wenn sie unter Aufsicht mal 15 Minuten im Garten grasen dürfen...wir leben ja direkt am Wald, da gibts auch genügend Büsche und Sträucher um sich zu verstecken - sobald da ein fremdes Geräusch is, suchen die Bunnies Schutz - auf freiem Feld würd ich sie wohl nicht mehr erwischen...
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« Antworten #9 am: Januar 30, 2012, 12:27:12 »

Zur Feldsache: Stimmt, wenn manns so sieht ist ein gewisses Risiko tatsächlich dabei.

Ich habe eben durch das Trainieren von Kaninchen mir ein Auge dafür angeeignet wann die Tiere unter Stress stehen und kurz vorm Abhauen sind, das sollte man als "Trainer" auch haben, gerade dann, wenn man mit anderen Tieren zusammenarbeitet.

Deswegen habe ich bei meinen Veranstaltungen jetzt feste Abgrenzungen (Gitterzäune z.B.) eingeführt, bevor eben so ein Fall passiert. Das Kaninchen merkt, wenn man selbst unter Stress steht und wenn man ständig denkt: "Hoffentlich hauts nicht ab..." - naja, da ist Stress vorprogrammiert, was die Abgrenzungen ja dann beseitigen.

Mit Esperanza arbeite ich schon ein knappes Jahr lang und muss sagen, dass ich so ein Kaninchen noch nie gesehen habe. Die interessiert außer Futter und Halter gar nichts mehr - total umgebungsunabhängig. Ein kaninchen, dass sich so schnell in anderen Umgebungen motivieren lässt, habe ich davor noch nie gesehen, und ich bin schon seit 4 Jahren "im Dienst".

@ kunic

Esperanza steckt immer noch voll in den Vorbereitungen für den VOX-Beitrag und ist daher noch Anfangskaninchen. Sicher ist es mit (fast) jedem Tier möglich diese Übungen nachzuarbeiten, also schafft das ganz sicher auch dein Pumba, wenn du ihn so beschreibst.

edit: Das Feldbeispiel sollte nur noch mal untermauern, dass es tatsächlich Kaninchen gibt, welche fremde Umgebungen kalt lässt.

Janiene
« Letzte Änderung: Januar 30, 2012, 12:29:27 von clickerbunny » Gespeichert

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« Antworten #10 am: Januar 30, 2012, 12:36:03 »

Also ich hatte/habe bereits 2 Kaninchen, für die sowas durchaus möglich gewesen wäre.

Meine Belani war so ein Fall. die ist mit mir zum Tierarzt gegangen und hat im Wartezommer einen eigenen Sessel belegt, freudig auf Befehl die Zähne gezeigt und die Pfoten gegeben zum Krallenschneiden und auf ein "Hopp" Hindernisse er- oder übersprungen. Der hat das einfach so Spaß gemacht, dass wir im garten Hindernisse aufgebaut haben zum Draufspringen, Drüberspringen, einen kleinen Tunnel wo sie durchlaufen konnte usw. Die lief ohne Leine neben mir und war mit Feuereifer bei der Sache. Verschreckt hat die gar nix und wenn hat sie nur kurz geschaut und fertig.

Momentan hab ich noch den Kyrill, der sich selbst wohl für einen Hund hält. Für den gibts nix schöneres als aus der Wohnung ins Grüne raus zu fahren und sich dort in der Wiese zu wälzen oder sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Im Bus liegt der auf einer Decke (meistens sogar entspannt auf der Seite) oder guckt die anderen Leute an. Einen anderen Hund grüßt er wie einen Artgenossen (natürlich lass ich ihn trotzdem nur unter Aufsicht zu einem Hund, selbst zu meinem eigenen) und hoppelt einem hinterher wenn man ihn frei laufen läßt. Zu Tricks eignet er sich aber weniger mangels Futterfixiertheit. Geräusche können ihn auch nicht schrecken, da er so gut wie taub ist.

Alle anderen Kaninchen von uns (und das waren bereits sehr viele) wären dafür aber nicht geeignet.
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« Antworten #11 am: Januar 30, 2012, 12:41:32 »

ich find halt, dass kaninchen keine vorführobjekte sein sollten, MEINE meinung und was kathi und wintersun meinten, stimme ich  pro.
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« Antworten #12 am: Januar 30, 2012, 12:43:37 »

ich find halt, dass kaninchen keine vorführobjekte sein sollten, MEINE meinung und was kathi und wintersun meinten, stimme ich  pro.


Du musst aber zugeben, dass man gerade durch Vorführungen sehr viele Leute ansprechen kann. Viele überzeugen diese Vorführungen eben mehr als Flyer, die hinterher eh im Müll landen.
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« Antworten #13 am: Januar 30, 2012, 12:53:30 »

ich find halt, dass kaninchen keine vorführobjekte sein sollten, MEINE meinung und was kathi und wintersun meinten, stimme ich  pro.


Du musst aber zugeben, dass man gerade durch Vorführungen sehr viele Leute ansprechen kann. Viele überzeugen diese Vorführungen eben mehr als Flyer, die hinterher eh im Müll landen.

nein, gib ich nicht zu  hasi3. viele könnten aber auch eine andere meinung haben....  hasiwhistler
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« Antworten #14 am: Januar 30, 2012, 13:10:53 »

Gegen eine eigene Meinung habe ich nichts Cheesy

Die Vorführung im August war meine allererste Vorführung, da meine eigenen Tiere für sowas nicht geeignet waren, habe ich sie eben dann zu Hause gelassen und eben nur mit Flyern, Video- und Bildmaterial gearbeitet.

Oder mir die schon vorhandenen Ausstellungskaninchen "zunutze" gemacht, wenn ich was demonstrieren wollte  :hkicher:

Dabei kam aber ab und an immer der Satz: "Es wäre schön, dass mal live zu sehen, dann kann man sich das besser vorstellen". Das Ergebnis bei diesen Veranstaltungen war eben, dass ich zwar mehr Besucher auf meiner Seite hatte und es gab ein bisschen Austausch per Mail, aber das wars dann auch schon.

Bei der Vorführung im August, da gabs deutlich mehr Anklang und Interesse nach der Vorführung. Hier konnte ich sogar Workshoptermine vereinbaren und habe einigen Tieren auch ein artgerechteres Leben ermöglicht. (Bei meinen Infoständen werbe ich eben auch für artgerechte Haltungsbedingungen, da es nunmal Fakt ist, dass diese Grundlage sind)

Solange die "Vorführtiere" nicht unter Stress stehen, sehe ich da kein Problem. Es war ja auch eine eher kleinere Veranstaltung, vielleicht sehe es in der Halle bei noch mehr Leuten ganz anders aus...

Janiene
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